Förderung, KEV und Formalitäten

Förderungen

Die kostendeckende Einspeisevergütung ersetzt teilweise die kantonalen Förderprogramme. Klicken Sie auf die Liste der kantonalen und kommunalen Förderbeiträge für Solarstrom 2010 von Swissolar für mehr Infos:

Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV)

Die Bestimmungen über die kostendeckende Einspeisevergütung sind in der geänderten Energieverordnung (EnV) geregelt und treten am 1. Januar 2009 in Kraft. Von der Einspeisevergütung können Anlagen profitieren, die nach dem 1. Januar 2006 in Betrieb genommen worden sind. Die Anmeldung für solche Anlagen erfolgt bei der nationalen Netzgesellschaft (Swissgrid).

Bewilligungen

Bezüglich Formalitäten sind zwei Punkte zu klären. Einerseits ist für die Installation einer Solarstromanlage in vielen Kantonen respektive Gemeinden eine Baubewilligung notwendig. Nur in gewissen Kantonen sind kleinere Anlagen ausserhalb von Ortskernzonen baubewilligungsfrei. Die kommunale Baubehörde kann beraten, wie vorzugehen ist.

Anderseits muss der elektrische Anschluss an das Netz geregelt werden. Das örtliche EW verlangt in der Regel mindestens ein Anschlussgesuch, eventuell ergänzt mit einer Deklaration bezüglich des Oberwellenverhaltens der Wechselrichter.

Überschreitet die Anlage eine bestimmte Grösse (3 kW pro Phase, respektive 10 kW dreiphasig), so muss zudem eine Planvorlage an das Eidgenössische Starkstrominspektorat (ESTI) eingereicht werden.

Der Eigentümer ist ebenfalls verpflichtet, seine Anlage alle zehn Jahre einem Sicherheits-Nachweis (Si-Na) durch ein konzessioniertes Unternehmen unterziehen zu lassen. Das örtliche EW fordert diesen Nachweis jeweils ein.
Sofern das Gebäude einen Blitzschutz aufweist, muss die Solaranlage daran angeschlossen werden.

Elektriker mit Wechselrichter - klein

Vorschriften

Elektriche auf Dach am Abend - gross

Bei Arbeitshöhen von über 3 m sind sowohl auf Schräg- wie auf Flachdächern immer Sicherungsmassnahmen erforderlich.

Absturzunfälle bilden noch immer den Schwerpunkt bei Bauunfällen. Aus Unachtsamkeit oder um vermeintlich Zeit beziehungsweise Geld zu sparen, werden Absturz-sicherungen oft nicht oder zu spät angebracht.

Der Einbau der Tragkonstruktion ins Dach, die Montage der Solarmodule sowie die Blitzschutz-verbindungen und die Verkabelung der Module erfordert vom Dachdecker, Spengler, Elektriker ein Arbeiten auf dem Dach.

Rechtliche Grundlage bei Unfällen an und auf Dächern bildet die SUVA-Vorschrift 1805. Der Arbeitgeber ist verantwortlich, dem Arbeitnehmer die entsprechenden Schutzvorrichtungen zur Verfügung zu stellen. Im Unterlassungsfall kann der Arbeitgeber zur Rechenschaft gezogen werden.

Die wichtigsten von der SUVA geforderten Massnahmen zusammengefasst:

a) Bei Arbeitshöhen von über 3 m sind sowohl auf Schräg- wie auf Flachdächern immer Sicherungsmassnahmen erforderlich. Mögliche Sicherungsmassnahmen sind:

  • Schutzgerüst
  • Schutzwand
  • Seilsicherung
  • Schutzgeländer

b) Dächer mit beschränkt tragfähigem Material, besonders Asbestzementplatten (Eternitdächer), dürfen nur unter Anwendung folgender Schutzmassnahmen betreten werden:

  • Laufstege (Bretter)
  • Fangnetze

Detaillierte Auskunft geben folgende Suva-Schriften:

  • SUVA 1805.d Verordnung über die Verhütung von Unfällen bei Arbeiten an und auf Dächern
  • SUVA 44002.d Sicherheit durch Anseilen
  • SUVA 44009.d Auffangnetze

Besteuerungen von PV-Anlagen

Die steuerliche Praxis rund um den Bau und Betrieb von PV-Anlagen ist zurzeit (noch) nicht einheitlich oder allgemein gültig geregelt. Die meisten massgebenden Bestimmungen liegen in kantonaler Hoheit, somit sind sie auch unterschiedlich von Kanton zu Kanton.

Dabei gibt es den wesentlichen Unterschied, ob die Solaranlage von einer Privatperson oder von einem Unternehmen gebaut und betrieben wird:

Solaranlage vor Himmel - klein
  • Privatpersonen: Die Steuerbehörden sind sich bewusst, dass das aus einer PV-Anlage generierte Einkommen nicht einem Lohn entspricht. Eine Klärung der Steuerpraxis steht jedoch noch aus.
  • Betriebswirtschaftlich geführte und als solche steuerpflichtige Unternehmen können Ertrag, Unterhalt und Abschreibungen gemäss den buchhalterischen Richtlinien verbuchen.

National einheitlich geregelt ist die Mehrwertsteuer (MWSt.). Hier zeigt sich ebenfalls ein Unterschied bezüglich PV-Anlagen von mehrwertsteuerpflichtigen Betrieben und privaten Anlagebetreibern:

  • Private Betreiber können auf die Investitionen keine Vorsteuer in Abzug bringen. Das heisst, sie zahlen die volle MWSt. auf die mit der PV-Anlage getätigte Investition. Andererseits sind sie beim Verkauf des Stromes auch nicht mehrwertsteuerpflichtig.
  • Wenn ein mehrwertsteuerpflichtiges Unternehmen eine PV-Anlage baut und betreibt, kann die MWSt. beim Bau der Anlage (z.B. die MWSt. auf der Rechnung der Solarmodule) bei der darauf folgenden Mehrwertsteuerabrechnung als Vorsteuer abgezogen werden. Danach muss regelmässig die in der Vergütung enthaltene Mehrwertsteuer an den Bund abgeliefert werden. Die auszahlende Stelle muss das in der Abrechnung so ausweisen.

Unterhaltsabzug vom Einkommen

PV-Anlagen gelten als Unterhaltsabzug und können vom Einkommen abgezogen werden, sofern der Anlagebesitzer zugleich der Besitzer des Gebäudes ist, wo die Solaranlage gebaut wird.

Hier finden Sie eine Liste der kantonale Steuervergünstigungen von Swissolar:

Solarhaus mit Sonnenblume - klein

Versicherungen

Wie bei anderen Investitionsgütern gibt es eine Vielzahl von Versicherungsangeboten und gleichzeitig zahlreiche, teilweise auch unterschiedliche Bedürfnisse. Es lassen sich primär drei Gruppen unterscheiden:

  • Elementarschaden (Feuer, Wasser, Sturm, Hagel, etc.)
  • Haftpflicht
  • Zusätze wie Betriebsausfall, Diebstahl, Bauwesen, Glasbruch, Ertragsausfall und andere mögliche Schäden.
Solarzellen mit Forscher - gross

In jedem Fall lohnt sich die Überprüfung, was mit den bestehenden Versicherungen schon gedeckt ist.

Zu allen drei Bereichen bieten die bekannten Versicherungs-gesellschaften geeignete Lösungen an. Kontaktieren Sie Ihren Versicherungsvertreter für ein entsprechendes Angebot.

Bei gebäudeintegrierten Anlagen kann oder muss der Elementar-schaden oft als Zusatz in der bestehenden Gebäude-versicherung integriert werden. Die Prämien sind dabei meistens attraktiv, aber es führt manchmal zu unerwarteten Mehrkosten, weil die Gebäudeversicherungssumme steigt.

In vielen Gemeinden wird zum Beispiel die Abwasseranschlussgebühr entsprechend der Gebäudeversicherungssumme festgelegt, was zur Folge haben kann, dass eine PV-Anlage eine Nachzahlungsforderung für den Abwasseranschluss auslöst.

In einigen Kantonen sind netzgekoppelte PV-Anlagen oder solche, die der gewerblichen Nutzung dienen (was bei der kostendeckenden Vergütung wohl der Fall ist), vom Schutz durch die kantonale Gebäudeversicherung ausgeschlossen.

Es empfiehlt sich insbesondere für grössere Solaranlagen eine gesonderte Solar-Versicherung abzuschliessen. die nur die spezifischen Risiken der Solaranlage ausschliesst. In jedem Fall lohnt sich die Überprüfung, was mit den bestehenden Versicherungen schon gedeckt ist. Ebenso wichtig ist es, einen doppelten Schutz mit entsprechenden Kosten zu verhindern.

Zahlreiche Wechselrichterhersteller bieten mit Wartungsverträgen einen Schutz gegen Betriebsausfall als Folge eines Wechselrichterdefektes an.


Quellen: Swissolar, Bundesamt für Energie, Swissgrid